All posts filed under ‘Buch

“Unabhängig” bei FM4

FM4 habe ich schon als Teenie in meinem schwäbischen Dorf gehört. Entsprechend aufregend war es, Gästin in der Morningshow zu sein, im Rahmen einer Aktionswoche zum Thema „Mental Health“. Gewünscht habe ich mir die Liveversion von „Unwritten“ von My Ugly Clementine und konnte im Gespräch mit Nina Hochrainer und Dave Dempsey dann gleich mit einem […]

“Unabhängig” bei Zeit Online

Alkoholabhängigkeit hat viele Gesichter. Wenn jemand dreißig Jahre lang jeden Abend zwei Flaschen Bier trinkt, ist das auch eine Form davon. Zum anderen scheint das Wort Abhängigkeit einen für immer und ewig an die jeweilige Substanz zu binden. Meine Therapeutin legte nahe, es anders zu sehen: “Sie sind nur so lange abhängig von Alkohol, wie […]

It’s a book

Mit die am häufigsten gestellte Frage zu meinem Buch: Bist du das auf dem Cover? Nein, aber fragen Sie gerne die Fotografin Nora Blum. Am 26. April 2022 ist es endlich erschienen, ein Tag wie Geburtstag, mit Glückwünschen und Kuchenbackstress und an die Tür gelieferten Blumensträußen (danke an Sara, Frank und Eric), der Panik, zu […]

iSolation

Wenn mich jemand fragt, wie ich es geschafft habe, in wenigen Monaten 350 Seiten zu schreiben, sage ich: Handy aus. Bei mir hat das Internet Öffnungszeiten, so wie früher die sogenannten Internetcafés. Montag bis Freitag von 11.30 Uhr bis 21 Uhr, am Wochenende etwas länger. In der Zeit dazwischen bin ich nicht zu erreichen, weder […]

Buchpremiere “Unabhängig”

Am 26. April erscheint mein erstes Buch “Unabhängig. Vom Trinken und Loslassen” bei Harper Collins. Die Buchpremiere findet am 12. Mai im Berliner Pfefferberg Theater statt. Moderieren wird der fantastische Daniel Schreiber.

Gut gelaunt? Heute nicht

Angesichts der aktuellen Weltlage kann man nun wirklich nicht von zwanghafter guter Laune sprechen. Zu ihrer Verteidigung muss man sagen, dass Whitney Goodman (ja, sie heißt wirklich so) ihr Buch über toxische Positivität, das ich für die Welt bespreche, schon letztes Jahr geschrieben hat. Es geht darin um bällebadende Burnoutkandidaten, Good-Vibes-Kühlschrankmagnete und Funemployment, eine sehr […]

Mein erstes Buch

Es ist eine gute Zeit für den Feminismus. Es ist auch eine gute Zeit fürs Nüchternsein.“ Am 26.4. erscheint mein erstes Buch “Unabhängig. Vom Trinken und Loslassen” bei Harper Collins. Es geht um Negronis, Nogronis, Hungern, Daten und was es heißen kann, als Frau unabhängig zu sein. Die Covergestaltung ist von Rothfos & Gabler , das […]

Cheers to us

Kennengelernt habe ich Isabella Steiner im Rahmen eines Zeit-Online-Texts über den Dry January. Gleich beim ersten gemeinsam am Paul-Lincke-Ufer verzehrten Mandelcroissant hat es klick gemacht. Seither bin ich Fan von Nüchtern Berlin, einem alkoholfreien Onlineshop, der zugleich Plattform ist für Ideen rund um ein nüchternes Leben. Jetzt ist bei Knesebeck das entsprechende Buch erschienen: “Mindful […]

Mein erstes Buch

Von Daniel Schreibers “Nüchtern” über Holly Whitakers “Quit like a Woman” und Caroline Knapps “Drinking. A Love Story” bis hin zu Kristi Coulters “Klar im Kopf” und Ruby Warringtons “Sober Curious” – meine letzten Monate waren von Quit Lit bestimmt, wie das Genre des autobiografischen Trinkerinnenschreibens heißt. Irgendwann war für mich klar, dass auch ich […]

Von wegen Wunder des werdenden Lebens

Mutterschaft, so Mareice Kaiser, sei genauso wie Mutterliebe „politisch as fuck“. In ihrem Buch “Das Unwohlsein der modernen Mutter”, das ich für die Welt bespreche, geht es um die sogenannte Vereinbarkeit von Kind und Karriere oder einfach den täglichen Wahnsinn zwischen Kita, Konferenz und den eigenen zu kurz gekommenen Bedürfnissen und darum, warum die Corona-Krise […]

Nein = Nein = Ja = Ja?

Nein heißt nein, aber heißt nichts sagen automatisch ja? In den USA stellt sich diese Frage ungleich radikaler als hier. Dort nahm die MeToo-Debatte ihren Lauf, dort trug die Kunststudentin Emma Sulkowicz monatelang eine Matratze über den Campus, um auf ihre angebliche Vergewaltigung durch einen Kommilitonen aufmerksam zu machen, ein starkes Symbol für die viel […]

„Ich bin keine Mutter und will auch keine werden. Ich hab mit mir selbst genug zu tun”

Dieser Satz stammt aus dem bewegenden Buch “Nie nie nie” der norwegischen Autorin Linn Strømsborg, das ich für die Welt bespreche. Es geht um das Abwägen einer Frau im sogenannten gebärfähigen Alter zwischen Selbstbestimmung und Selbstaufgabe, zwischen einem Partner, der unbedingt Vater werden will, und ihrem eigenen Gefühl, das sich wünscht, dass alles so bleibt, […]

Erst kommt das Ficken, dann die Moral

Eine junge Frau, die Zeit und Sex gegen Take-away-Food und mietfreies Wohnen im Penthouse tauscht: Naoise Dolan hat einen moralisch vertrackten, sehr unterhaltsamen Roman geschrieben. Mich hat “Aufregende Zeiten”, das ich für die Welt bespreche, an den Stil Sally Rooneys erinnert, sehr psychologisch, mit Figuren, die man gerne mal durchschütteln würde und fragen, warum sie […]

Du glaubst, es geht nicht mehr, da kommt Österreich daher

„Was geht, Österreich?“, das fragen sich wohl viele, und zwar nicht erst, seitdem ein Koks-und-Sauf-Video eine Staatsaffäre auslöste. Die aus einem oberösterreichischen Kaff stammende Eva Reisinger hat zu diesem Thema ein lustiges, wahres, auch engagiertes Buch geschrieben, das ich für die Welt bespreche. Es geht um Herrgottsfurcht und Hobbykeller, die „Generation Sebastian“ und die „Spritzerkultur“. Und […]

Das schwarze Rechteck der Möglichkeiten und des Grauens

Mal angenommen, Jenny Odell wäre Präsidentin, die USA wären ein ziemlich lebenswertes Land. Sie plädiert für die Bewahrung öffentlicher Räume, den Respekt gegenüber der Natur und deren Ureinwohnern, die Renaturierung der Lebensräume kalifornischer Rotbeinfrösche, für Nachbarschaftssolidarität und die Re-Analogisierung des Lebens. Was sie über ihr Smartphone schreibt, dieses “schwarze Rechteck der Möglichkeiten und des Grauens”, […]

Die Geister, die nicht mehr anriefen

Dolly Alderton gehört für mich zu den feinsinnigsten, selbstironischsten Autorinnen der Gegenwart. Ihr “Alles, was ich weiß über die Liebe” ist eine Bibel der halb-verzweifelten, halb-lebenssatten Um-die-Dreißigjährigen Frauen. Jetzt hat die Britin einen fiktionalen Roman geschrieben, der allerdings viel Autobiografisches enthält. Mir hat “Gespenster” großen Spaß gemacht, wie ich in der Welt erkläre, mit seinem […]

Ich hasse keine Männer

Ein Titel, so spitz wie Madonnas Kegel-BH, der im Zahnarztwartezimmer oder an der Tramhaltestellte garantiert für Aufsehen sorgt, ein Buch wie ein pinker Molotowcocktail. In Frankreich sollte Pauline Harmanges “Ich hasse Männer” verboten werden und löste dadurch natürlich erst recht einen Skandal aus. Obwohl ich ihre Meinung nicht teile, habe ich das Buch für die […]

Liebe geht, Kummer bleibt

Was hast du heute geschafft: nichts, nichts oder nichts? Es stimmt, Liebeskummer ist das absolute Gegenstück zur neoliberalen Nutze-den-Tag-Mentalität und eigentlich ein gutes Mittel zur Revolution. Weil er so verdammt unangenehm ist, wünschen wir uns allerdings, er möge so schnell wie möglich vergehen. Wie schnell ist schnell? Ein Drittel der Beziehungsdauer, lehrte uns Sex and […]

Frühestens im Winter sollte der Impfstoff spätestens gefunden sein

Die wunderbare Lola Randl, Regisseurin und Autorin des halb-autografischen Romans “Der große Garten”, hat sich mit der Corona-Krise befasst. “Die Krone der Schöpfung”, das ich für Zeit Online besprochen habe, hat ähnlich viel selbstironischen Schwung wie ihr erstes Buch. Da steht, warum Großstädter jetzt noch mehr Landsehnsucht haben als sowieso und was die Landbewohner davon […]

Gesichter wie weiße, mondförmige Reiskuchen

Bekannt wurde die südkoreanische Autorin Han Kang mit ihrem Bestseller “Die Vegetarierin”, ein verstörendes Buch über eine Frau, die entscheidet, keine tierischen Produkte mehr zu essen (weswegen “Die Veganerin” der korrektere Titel wäre), und sich schließlich in einen Baum verwandelt. Kangs neuer Roman “Weiß” kreist um die Leerstelle, die eine verstorbene Schwester hinterlassen hat, um […]

Liebeskummer lohnt sich – 99 Tage lang

Ein wenig fragwürdig finde ich Michèle Loetzners Message schon. Nachdem wirklich jeder Bereich unseres Lebens durchoptimiert wurde, ist jetzt das Beziehungsende dran (zugegeben: Gwyneth Paltrow und Chris Martin waren mit ihrem Conscious Uncoupling schon früher dran). Aber, hey, wenn es hilft? Für die Welt habe ich “Liebeskummer bewältigen in 99 Tagen” gelesen und gehofft, dass […]

Spuckt die salzige Limo aus

Es gab da dieses Experiment: Kindern wurde salzige Limonade vorgesetzt. Während die Jungen sie ausspuckten, tranken die Mädchen kommentarlos aus. Sie fürchteten, andernfalls nicht gemocht zu werden. Denn Mädchen werden nach wie vor zur Zurückhaltung, Bescheidenheit und zum Nettsein erzogen. Warum das so ist und vor allem, was wir dagegen tun können, darüber hat die […]

Berlin in den Neunzigern: Erinnerungen wie Einschusslöcher

Beim Lesen von “Am Rand der Dächer” musste ich oft an Clemens Setz’ hinreissenden Leipziger Coming-of-Age-Roman “Als wir träumten” denken. Wo es diesem gelingt, gleichzeitig knallhart zu sein wie ein Amateurboxer und poetisch wie ein Hobbyastrologe, wirkt Lorenz Justs Roman oft seltsam distanziert. Schade, schließlich ist das Setting interessant für jede, die es in den […]

Wunderschöne Variationen von Männlichkeit

Der britische Autor J.J. Bola hat ein beeindruckendes Buch geschrieben. In “Sei kein Mann”, das ich für die Welt rezensiert habe, geht es um toxische Männlichkeit und deren Ursache, nämlich das eigentlich für seine männerbevorzugenden Vorzüge bekannte Patriarchat. Anders als oft behauptet, richtet sich der Feminismus im Kern nicht gegen Männer, sondern hilft ihnen im […]