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Champignonbrot ade

Champignonbrot – das ist es, was mir von meinem letzten Besuch im Einsunternull in Erinnerung geblieben ist. Hauchdünn aufgefächerte Pilze mit ein wenig nichts. Begleitet wurde das Ganze von einer extremen Weinbegleitung, und zwar extrem für jemanden, der sich auf dem Feld Naturwein schon recht weit vorgewagt hat. Heute ist das Einsunternull ein Ort, an […]

Vom Koch zum Gärtner – und wieder zum Koch

Sebastian Leyer hat in einigen der Toprestaurants Berlins gekocht, dem Pauly Saal, dem Le Faubourg. Dann entschied er sich, lieber den Pflanzen beim Wachsen statt den Gästen beim Essen zuzusehen. Gemeinsam mit seiner Partnerin betreibt er einen Hof in der Uckermark und die Gärtnerei Hortus Tayta. Erst nachdem mein Porträt über ihn in der Welt […]

Kochen mit Hashtags

Influencer, schreckliches Wort. Trifft in diesem Fall aber zu: sieben inspirierende Menschen, die Lust machen, sich selbst an den Herd zu stellen, vorgestellt von meinem Kollegen Heiko Zwirner und mir in der Welt am Sonntag. Gemein ist ihnen eine starke Onlinepräsenz und das in mehr oder weniger großem Ausmaß In-Beziehung-Treten mit ihren Fans. Mein persönlicher […]

Butterbabe

Ehrlich, wenn ich noch zwei Artikel über Butter schreibe, habe ich genug Material für ein Buch zusammen (die anderen stehen hier und hier). Dieses Mal gehe ich es für Zeit Online eher von der analytischen Seite an. Dazu spreche ich mit Julia Heifer vom Gaia, Julia Komp vom Sahila, Paul Schmiel vom Pankratiushof und David […]

🥙 hoch zwei

Gleich zweimal habe ich mich in kürzester Zeit mit jenem Fleischsandwich beschäftigt, das von Berlin aus – ob vom Bahnhof Zoo oder Kottbusser Tor, daran scheiden sich die Geister – die Welt erobert hat. In Österreich heißt der Döner Kebab, wie ich für den Standard in einer hübsch bebilderten Story feststelle. Als inoffizielles Wiener Drehspießmekka […]

Bleib sitzen

Kein Wunder, dass ausgerechnet jetzt das Wirtshaus ein Revival erlebt, wie ich in einem Text für Zeit Online feststelle: Es steht für Gemütlichkeit und Geborgenheit, willkommene Eigenschaften in einer aus den Fugen geratenen Welt. Außerdem bleibt man länger sitzen als in einem Ramen-Lokal. Glücklicherweise hat sich das Wirtshaus modernisiert. So haben beispielsweise Frauen dort das […]

Das kann dann mal weg

Bei vielen war 2021 die Laune durchgängig im Keller. Meine befand sich in den oberen Stockwerken, wenn auch nicht auf der Dachterrasse. Zeit, für die Berliner Zeitung zurückzublicken: auf ein gastronomisches Jahr zwischen Bubble-Tea-Desastern und enttäuschenden veganen Donuts, die wett gemacht wurden von Lockdownlieblingen wie dem Burrata-Kaffeesirup-Croissant bei Café Frieda (wegen dem ich schon mal […]

Einmal ois im Mühlviertel

Ois – für Nichtösterreicherinnen alles – heißt Philip Rachingers Restaurant im Mühltalhof, einem kuscheligen Hotel im unweit von Linz gelegenen Mühlviertel. “Der Name ist purer Zufall”, so der Anfangdreißigjährige. „Erst dachten wir an ‚Powidl‘, dann hatte unsere Grafikerin ihre Präsentation mit ‚Einmal Ois‘ übertitelt, ‚einmal alles‘, das fanden wir super.“ Für Die Welt am Sonntag habe ich […]

Biáng Biáng, Klatsch Klatsch

Echt wahr: Das Chinesische kennt ein eigenes Wort für dieses satte Klatschen, das bis auf den Prenzlauer-Berg-Bürgersteig zu hören ist. Biáng Biáng heißt auch jene Nudelsorte, die im Wen Cheng in der Schüssel landet, einem neuen Berliner Hotspot für handgezogene Nudeln. Für den Tagesspiegel habe ich mit dem Betreiber Rui Gao über das Dorf seiner Mutter […]

Die fettarmen Jahre sind vorbei

Zu Butter hatte ich immer schon ein besonderes Verhältnis. Angefangen von der großen Schüssel Butternudeln-al-dente, die ich als Kind auf dem Schoß meines Papas genoss, über die dick mit Butter bestrichenen schwäbischen Seelen meiner Schulzeit bis hin zu meiner heutigen, ich möchte fast sagen: Obsession, die ich zum Beispiel mit meinem Freund Julian auslebe. Kein […]

Burrata-Croissant-Liebe

Dass niemand früher auf die Idee gekommen ist! Ein Sauerteigcroissant mit einer ganzen Burratakugel, auf die sich Kaffeeschalensirup ergießt wie ein Sommerregen. Fett, Sahne, Zucker, Knusper, so einfach kann es sein. Schnell wurde dieser Teller zum Instagram-Hit und zum Signature Breakfast Dish eines erst wenige Wochen alten Lokals. Café Frieda heißt das Lokal in Berlin Prenzlauer Berg, […]

Ein Österreicher in Wien

Fisch im Dessert? Kurz dachte ich mit Schrecken an die Seafood-Desserts im Noma, bis mich Sebastian Franks letzter Menügang eines Besseren belehrte: schwarz geröstete Karotten, bedeckt von Sauerrahmeis, getoppt mit Flusskrebskaramell. Erde, Wasser und ein Stück vom Eiscremehimmel, dazu Karottensaft mit Estragon und Wacholder. Die alkoholfreie Begleitung im Horváth kann nämlich auch ganz schön was. […]

Kraut & Liebe

Auch schon wieder zwei Jahre her, dass Florian Reimann und ich Susann Probst und Yannic Schon von Krautkopf in ihrem mecklenburgischen Traum von einem Landhaus besuchten. Jetzt haben die beiden ein neues Kochbuch herausgegeben, anlässlich dessen mein Interview im Salon Magazin erschienen ist. Meine Lieblingsrezepte in „Erde, Salz & Glut“: Waldheidelbeerkuchen mit Joghurt und Thymian und gebackene Beeren mit […]

Von Brooklyn an den Berg

Mein Sommerurlaub dieses Jahr war gar kein richtiger, sondern eine Recherchereise zur Roten Wand, einem Feel-Good-Hotel in Lech am Arlberg. Seien wir ehrlich: Wie Arbeit hat sich das nicht angefühlt. Zum einen lag das an der Gastfreundschaft der Familie Walch, dem guten Wetter und den Bergen. Zum anderen an Max Natmessnigs Kochkünsten, die ich in […]

So weit, so Wurst

Viele machen sich nicht mal die Mühe der eigenen Saucenherstellung. Stattdessen: Ketchupflasche kopfüber jehalten, Currypulver rüberjekippt, Plastikgabel rinne, Mahlzeit! Als für den deutschen Magen unerlässliche Sättigungsbeilage werden Pommes mit Mayo (“Mantaplatte”) oder Rot-Weiß (“Pommes-Schranke”), ungetoastetes Toastbrot oder geschmacksneutrale Semmeln gereicht, in Berlin sagt man Schrippen. Und Bier, viel Bier. Mein Beitrag zur Bundestagswahl: ein Standard-Artikel […]

Drauf ohne Drübersein

Ein großer Spaß, mit Billy Wagner über das stilvolle Nüchtersein zu diskutieren, so geschehen an einem milden Juniabend auf dem Dach des Berliner Aufbauhauses. Dort veranstaltet das Nobelhart & Schmutzig sein Sommer-Pop-Up, das ich für die Berliner Zeitung bespreche. So viel spannender als Wein war deren Erdbeerkombucha, der Joghurt-Sahne-Ayran vom Erdhof Seewalde oder jener Quittensaft […]

Frühstück rund um die Uhr (fast)

Berlin hat eine neue Frühstückssensation, Nähe Kurfürstenstrich. Im Frühstück 3000 gibt es Hummer-Brioche und Schwarzwälder-Kirsch-French-Toast und Erbsenkrapfen mit Blattsalat. Mein Freund Holger und ich bestellten so viel, dass sich der Service ernsthaft Sorgen machte, wo das alles hinsolle. In unseren Bauch natürlich, und nur ein kleiner Rest in den Doggy Bag. Wie es geschmeckt hat, […]

Schickilacki essen gehen

Der Ausdruck schickilacki gehörte bislang nicht zu meinem Wortschatz, aber danke dafür! Ausgedacht hat ihn sich die Berliner Zeitung, als Überschrift für meine Kritik des Irma la Douce. Von deren Bouillabaisse träume ich heute noch.

Am Katzentisch

„Wir hoffen Sie bald in unserem Restaurant begrüßen zu dürfen. Idealerweise zu zweit.“ Restaurants, die solche E-Mails versenden, haben nicht verstanden, wie wohltuend das Alleineessen sein kann. Ich schon, und es steht im A la Carte Magazin.

Schluss mit der Weißwurstparade

Es ist schon seltsam, dass die Spitzenküche so männlich geprägt ist. Milliarden von Frauen versorgen die Welt tagtäglich mit drei bis fünf Mahlzeiten, ohne besondere Würdigung. Sobald Essen von der reinen Nahrungsaufnahme zur Kunst sublimiert wird, verwirklichen sich fast ausschließlich Männer am Pacojet. Warum es Zeit ist, die am stärksten von Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffene Branche […]

Südfrankreich auf dem Teller

Ein schöner Plan für die Post-Corona-Zeit: Auf der Terrasse des Irma la Douce sitzen, Verjus trinken und Meeresfrüchte essen. „In Berlin habe ich Bouillabaisse bis dahin immer nur als eine mit Safran abgeschmeckte Fischsuppe serviert bekommen“, so Jonathan Kartenberg. Für die Welt am Sonntag habe ich dem Betreiber des französischen Edelbistrots in den Fischtopf geschaut.

Paddelgroße Kochlöffel

An die strengen Strukturen der Waldorfschule Berlin-Mitte musste sich Chiara Strobl erst mal gewöhnen, genau wie an 80-Liter-Töpfe und paddelgroße Kochlöffel. Die Servierpinzette, die sie an früheren Arbeitsplätzen wie dem Mraz & Sohn und Nobelhart & Schmutzig benutzte, hat jedenfalls ausgedient. Jetzt ist Montag Pastatag, Mittwoch Kartoffeltag und freitags gibt es süße Hauptgerichte und Reste. […]

Die Pandemie kann gehen, der Frühling kommen

Eine Kochbox des Cookies Cream, Berlins einzigem besternten vegetarischen Restaurant, ist ein Gesamtkunstwerk, mit Kerzen, Playlist, Glückskeksen und, im Fall der Frühjahrsausgabe, einem wahnsinnig komplexen alkoholfreien Aperitif, bestehend aus Rhabarber-Vanille-Zitronennektar, Pfeffer und Tabasco. Für die Berliner Zeitung habe ich mich an der Zubereitung von jungem Wurzelwerk, Erdkohlrabi auf Bärlauchcreme und Granola auf Maracuja-Quitten-Püree versucht.

Pistazieneis, pastellfarben wie eine verblichene Postkarte

War es in Berlin je so warm, dass die Pistaziensauce bei Duo bis zum Abknabbern der Waffel flüssig blieb? Gab es mal einen Sommer, in der Eisdielen Probierportionen gewährten und man goldene Reifen am Handgelenk trug statt FFP2-Masken? Ja, und es kommen wieder andere Zeiten. Bis dahin erfreue ich mich, selbst an Apriltagen, an denen […]

Endlich mal ein guter Inder

Berlin hat einen blinden Fleck: indisches Essen. Es gibt exzellente Japaner, Sichuanchinesen, Österreicher, Thais, Katalanen, ganz abgesehen von jeder erdenklichen italienischen Regionalküche. Wo aber sind die fantastischen Inder? Wenn mich die Lust auf Palak Paneer überkam, wurde ich bislang am ehesten bei Bahadur glücklich, leider sehr weit weg. Dann kam Tiffin, ein Lieferservice mit Wohlfühlgerichten, wie […]