All posts tagged ‘Berliner Zeitung

­čąÖ hoch zwei

Gleich zweimal habe ich mich in k├╝rzester Zeit mit jenem Fleischsandwich besch├Ąftigt, das von Berlin aus ÔÇô ob vom Bahnhof Zoo oder Kottbusser Tor, daran scheiden sich die Geister ÔÇô die Welt erobert hat. In ├ľsterreich hei├čt der D├Âner Kebab, wie ich f├╝r den Standard in einer h├╝bsch bebilderten Story feststelle. Als inoffizielles Wiener Drehspie├čmekka […]

Klar durchs Jahr

Bl├Âderweise habe ich den Korkenzieher aussortiert. Am Anfang einer geplanten N├╝chternheit steht n├Ąmlich das gro├če Ausmisten. Als Erstes weg mit den Vorr├Ąten, dann Weinhandlungsnewsletter abbestel- len, den Instagram-Accounts von Winzerin- nen, Sommeliers und Schnapsbrennereien entfolgen, schlie├člich die aktive Meidung von Orten, an denen es offensichtlich nur ums Trinken geht. Nicht alles davon muss umgesetzt werden, […]

Manege high

In Berlin ist ├╝berall Zirkus, aber nirgends so sehr wie am Rosenthaler Platz. Im dort gelegenen Circus Hostel begann f├╝r mich Berlin, dort n├Ąmlich habe ich die Nacht vor meinem Franz├Âsischtest an der FU verbracht, der Voraussetzung f├╝r mein Studium war. Inzwischen kann sich das dazugeh├Ârige Hotel echt sehen lassen, wie ich f├╝r die Berliner […]

Alle meinen es immer ernst, sogar beim Onlinedating

Wien ist eine so hinrei├čende Stadt. Meine n├Ąchstgelegene Denns-Filiale beispielsweise befindet sich in einem Zehn-Meter-Deckenh├Âhe-Palast mit Stuckfassade, der H&M unweit des Stephansdoms ist in einem Jugendstilhaus mit Paternoster und h├Âlzernem Treppen-, Pardon, Stiegenhaus. Die Jugend h├Ąngt vor der Karlskirche ab, einem denkmalgesch├╝tzten Barockbau, dessen Sch├Ânheit einem den Atem verschl├Ągt, und alle r├Ąumen hinterher ihren M├╝ll […]

Das kann dann mal weg

Bei vielen war 2021 die Laune durchg├Ąngig im Keller. Meine befand sich in den oberen Stockwerken, wenn auch nicht auf der Dachterrasse. Zeit, f├╝r die Berliner Zeitung zur├╝ckzublicken: auf ein gastronomisches Jahr zwischen Bubble-Tea-Desastern und entt├Ąuschenden veganen Donuts, die wett gemacht wurden von Lockdownlieblingen wie dem Burrata-Kaffeesirup-Croissant bei Caf├ę Frieda (wegen dem ich schon mal […]

Burrata-Croissant-Liebe

Dass niemand fr├╝her auf die Idee gekommen ist! Ein Sauerteigcroissant mit einer ganzen Burratakugel, auf die sich Kaffeeschalensirup ergie├čt wie ein Sommerregen. Fett, Sahne, Zucker, Knusper, so einfach kann es sein. Schnell wurde dieser Teller zum Instagram-Hit und zum Signature Breakfast Dish eines erst wenige Wochen alten Lokals. Caf├ę Frieda hei├čt das Lokal in Berlin Prenzlauer Berg, […]

Ein ├ľsterreicher in Wien

Fisch im Dessert? Kurz dachte ich mit Schrecken an die Seafood-Desserts im Noma, bis mich Sebastian Franks letzter Men├╝gang eines Besseren belehrte: schwarz ger├Âstete Karotten, bedeckt von Sauerrahmeis, getoppt mit Flusskrebskaramell. Erde, Wasser und ein St├╝ck vom Eiscremehimmel, dazu Karottensaft mit Estragon und Wacholder. Die alkoholfreie Begleitung im Horv├íth kann n├Ąmlich auch ganz sch├Ân was. […]

Drauf ohne Dr├╝bersein

Ein gro├čer Spa├č, mit Billy Wagner ├╝ber das stilvolle N├╝chtersein zu diskutieren, so geschehen an einem milden Juniabend auf dem Dach des Berliner Aufbauhauses. Dort veranstaltet das Nobelhart & Schmutzig sein Sommer-Pop-Up, das ich f├╝r die Berliner Zeitung bespreche. So viel spannender als Wein war deren Erdbeerkombucha, der Joghurt-Sahne-Ayran vom Erdhof Seewalde oder jener Quittensaft […]

Fr├╝hst├╝ck rund um die Uhr (fast)

Berlin hat eine neue Fr├╝hst├╝ckssensation, N├Ąhe Kurf├╝rstenstrich. Im Fr├╝hst├╝ck 3000 gibt es Hummer-Brioche und Schwarzw├Ąlder-Kirsch-French-Toast und Erbsenkrapfen mit Blattsalat. Mein Freund Holger und ich bestellten so viel, dass sich der Service ernsthaft Sorgen machte, wo das alles hinsolle. In unseren Bauch nat├╝rlich, und nur ein kleiner Rest in den Doggy Bag. Wie es geschmeckt hat, […]

Schickilacki essen gehen

Der Ausdruck schickilacki geh├Ârte bislang nicht zu meinem Wortschatz, aber danke daf├╝r! Ausgedacht hat ihn sich die Berliner Zeitung, als ├ťberschrift f├╝r meine Kritik des Irma la Douce. Von deren Bouillabaisse tr├Ąume ich heute noch.

Ich HASSE den Berliner Wohnungsmarkt so sehr

“Manchmal schien das Ziel greifbar nah. Unser kettenrauchender Hausmeister versprach, mir eine Liste der in K├╝rze zu vermietenden Objekte zu schicken, auf die ich bis heute warte. Mein Freund J. (ein Zimmer mit Terrasse am Paul-Lincke-Ufer, 360 Euro warm) hatte den Auszug seiner Nachbarin beobachtet, woraufhin ich der Hausverwaltung mit dem Namen, der f├╝r mich […]

F├╝r Blumen bitte klopfen

Kurz vor ihrem s├╝dlichen Ende ├╝berrumpelt einen die Berliner Hermannstra├če mit makelloser Sch├Ânheit. Ein Backsteingeb├Ąude, unschwer als Kirche zu erkennen, daneben ein hingeducktes Eckh├Ąuschen mit vielleicht zehn Quadratmetern Grundfl├Ąche. Es braucht kein Panzerglas, aber doch eine stabile Fensterfront, um die wie Kunstinstallationen aufgereihten Schnittblumen vor weggeschnippten Kippen und Wegbierflaschen zu besch├╝tzen. Neben einem ge├Âffneten Fenster […]

Paddelgro├če Kochl├Âffel

An die strengen Strukturen der Waldorfschule Berlin-Mitte musste sich Chiara Strobl erst mal gew├Âhnen, genau wie an 80-Liter-T├Âpfe und paddelgro├če Kochl├Âffel. Die Servierpinzette, die sie an fr├╝heren Arbeitspl├Ątzen wie dem Mraz & Sohn und Nobelhart & Schmutzig benutzte, hat jedenfalls ausgedient. Jetzt ist Montag Pastatag, Mittwoch Kartoffeltag und freitags gibt es s├╝├če Hauptgerichte und Reste. […]

Entschleunigung im wilden Osten

ÔÇ×Um zu uns zu gelangen, m├╝ssen Sie nur der Stra├če folgen, die aussieht, als w├╝rde nach der n├Ąchsten Kurve das Ende der Welt kommenÔÇť, hei├čt es auf der Website. Von wegen Ende: Vom Parkplatz aus f├╝hrt eine grob gepflasterte Lindenallee auf ein zweist├Âckiges Geb├Ąude zu, mit schaffellwei├čer Fassade und ochsenblutroter T├╝r. In Sichtweite stapft ein […]

Die Pandemie kann gehen, der Fr├╝hling kommen

Eine Kochbox des Cookies Cream, Berlins einzigem besternten vegetarischen Restaurant, ist ein Gesamtkunstwerk, mit Kerzen, Playlist, Gl├╝ckskeksen und, im Fall der Fr├╝hjahrsausgabe, einem wahnsinnig komplexen alkoholfreien Aperitif, bestehend aus Rhabarber-Vanille-Zitronennektar, Pfeffer und Tabasco. F├╝r die Berliner Zeitung habe ich mich an der Zubereitung von jungem Wurzelwerk, Erdkohlrabi auf B├Ąrlauchcreme und Granola auf Maracuja-Quitten-P├╝ree versucht.

Pistazieneis, pastellfarben wie eine verblichene Postkarte

War es in Berlin je so warm, dass die Pistaziensauce bei Duo bis zum Abknabbern der Waffel fl├╝ssig blieb? Gab es mal einen Sommer, in der Eisdielen Probierportionen gew├Ąhrten und man goldene Reifen am Handgelenk trug statt FFP2-Masken? Ja, und es kommen wieder andere Zeiten. Bis dahin erfreue ich mich, selbst an Apriltagen, an denen […]

Endlich mal ein guter Inder

Berlin hat einen blinden Fleck: indisches Essen. Es gibt exzellente Japaner, Sichuanchinesen, ├ľsterreicher, Thais, Katalanen, ganz abgesehen von jeder erdenklichen italienischen Regionalk├╝che.┬áWo aber sind die fantastischen Inder? Wenn mich die Lust auf Palak Paneer ├╝berkam, wurde ich bislang am ehesten bei Bahadur gl├╝cklich, leider sehr weit weg. Dann kam Tiffin, ein Lieferservice mit Wohlf├╝hlgerichten, wie […]

Dickes B

Nein, hinterm Mond leben sie hier wahrhaftig nicht, sondern hinterm Hagelberg, mit Highspeed-Internet. F├╝r die neue Samstagsausgabe der Berliner Zeitung war ich in Belzig unterwegs ÔÇô Insider lassen das Bad gerne weg ÔÇô eine Brandenburger Kleinstadt mit gro├čem Potential. Haupts├Ąchlich liegt das am Coconat, einem sehr zeitgeistigen Ort, der Arbeit und Freizeit verbindet, Workation nennt […]

Theater, das die Welt braucht

Auch dieses Jahr versammelt das Berliner Theatertreffen die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen. Eine davon kenne ich bereits von meiner Nachtkritik aus Wien; sie geh├Ârt zu meinen absoluten Favoriten des Jahres 2017. F├╝r die Berliner Zeitung habe ich noch mal aufgeschrieben warum: Ist die Welt krank, oder bin ich es? Kaum einer kann diese Frage besser bespielen […]

Quoten und Despoten

Bei unserem Treffen hatte Ersan Mondtag Blumen dabei. Hatten die etwas mit dem anstehenden Valentinstag zu tun? ÔÇ×N├Â.ÔÇť Kurz zuvor hatte er einem Mann mit Kinderwagen die T├╝r des Neuk├Âlln Caf├ęs aufgehalten. Das Enfant Terrible des deutschen Stadttheaters hatte ich mir anders vorgestellt. Nur dass er humpelte, passte zu seinem Image. Ein Probenunfall, bei dem […]