All posts tagged ‘Welt am Sonntag

Die fettarmen Jahre sind vorbei

Zu Butter hatte ich immer schon ein besonderes Verhältnis. Angefangen von der großen Schüssel Butternudeln-al-dente, die ich als Kind auf dem Schoß meines Papas genoss, über die dick mit Butter bestrichenen schwäbischen Seelen meiner Schulzeit bis hin zu meiner heutigen, ich möchte fast sagen: Obsession, die ich zum Beispiel mit meinem Freund Julian auslebe. Kein […]

Von Brooklyn an den Berg

Mein Sommerurlaub dieses Jahr war gar kein richtiger, sondern eine Recherchereise zur Roten Wand, einem Feel-Good-Hotel in Lech am Arlberg. Seien wir ehrlich: Wie Arbeit hat sich das nicht angefühlt. Zum einen lag das an der Gastfreundschaft der Familie Walch, dem guten Wetter und den Bergen. Zum anderen an Max Natmessnigs Kochkünsten, die ich in […]

Südfrankreich auf dem Teller

Ein schöner Plan für die Post-Corona-Zeit: Auf der Terrasse des Irma la Douce sitzen, Verjus trinken und Meeresfrüchte essen. „In Berlin habe ich Bouillabaisse bis dahin immer nur als eine mit Safran abgeschmeckte Fischsuppe serviert bekommen“, so Jonathan Kartenberg. Für die Welt am Sonntag habe ich dem Betreiber des französischen Edelbistrots in den Fischtopf geschaut.

Trauben retten, Verjus trinken

“Save Water, drink Wine”, lautet ein Satz meines früheren Lebens. Jetzt heißt es stattdessen “Trauben retten, Verjus trinken”. Aus deren unreifem Saft wird nämlich eine der trendigsten alkoholfreien Alternativen gemacht. Der Name Verjus kommt aus dem Französischen und bedeutet grüner Saft (nicht zu verwechseln mit den kaltgepressten Green Juices, die Detox-Göttinnen zum Frühstück trinken). Für die […]

Double Baked Happiness

Eine recht neue, der Pandemie geschuldete Kategorie ist das Instafood. Essen, das nach Gönnung aussieht, Essen, für das man freiwillig länger ansteht als für einen PCR-Test, und das noch an Ort und Stelle dokumentiert werden muss, nicht zuletzt als Selbstvergewisserung der eigenen Willenskraft: Solange ich bei Schneeregen eine halbe Podcastfolge lang in der Kälte stehe, […]

Ich hasse keine Männer

Ein Titel, so spitz wie Madonnas Kegel-BH, der im Zahnarztwartezimmer oder an der Tramhaltestellte garantiert für Aufsehen sorgt, ein Buch wie ein pinker Molotowcocktail. In Frankreich sollte Pauline Harmanges “Ich hasse Männer” verboten werden und löste dadurch natürlich erst recht einen Skandal aus. Obwohl ich ihre Meinung nicht teile, habe ich das Buch für die […]

Der genau richtige Buzz

Sake, findet Richie Hawtin, hat dieselbe Frequenz wie Techno. Eine, die Menschen zusammenbringt, ein beautiful vibe, auf den sich alle einigen können. Für die Welt am Sonntag habe ich mich noch mal an meinen Besuch bei Sake36 erinnert und an die Begegnung mit dem sehr sympathischen Hawtin – einem der wichtigsten zeitgenössischsten DJs der Welt.

Wir freuen uns schon mal vor

Ein schönes Gedankenspiel zu Beginn eines unsicheren Jahres: Wohin reisen wir als erstes, wenn Reisen wieder möglich ist? An welchem mit handgetöpferten Wasserkaraffen gedeckten Tisch nehmen wir Platz, für welches regional-saisonale Sterne-Menü geben wir unser Geld aus? Gemeinsam mit anderen Welt-am-Sonntag-Autoren habe ich mich in eine unsichere Zukunft geträumt. Meine drei ersten Anlaufstellen werden hoffentlich […]

Fromage Fromage

Wahrscheinlich hat Hubert Stockner den ungemütlichsten Arbeitsplatz der Welt. Mit dem urlaubseufzenden Bergpanorama im Rücken geht es durch eine Metalltür hindurch in einen scheinbar endlosen, geduckten Gang. Zehn Grad herrschen im Genussbunker und nahezu hundert Prozent Luftfeuchtigkeit. Rund 6500 Käselaibe reifen hier ihrer Perfektion entgegen, die allesamt von Hand umgedreht werden müssen. Für die Welt […]

Ich komm zum Glück aus Osnabrück

… mit diesem Satz wirbt die 165 000-Einwohnerstadt offiziell. Das entsprechende T-Shirt soll sogar schon auf der Pariser Fashion Week gesichtet worden sein. Für den gebürtigen Erfurter Tom Elstermeyer trifft das zweifellos zu. Sein Restaurant Iko ist mit seiner japanisch inspirierten Produktküche eine echte Entdeckung. Wer es klassischer mag, wird im Kesselhaus glücklich, in diesem […]

Im Osten was Neues

Freyburg kann nur Rotkäppchensekt? Von wegen. Saale-Unstrut ist Deutschlands meist unterschätztes Weingebiet, wie ich in einem Text für die Welt am Sonntag beschließe. Allein die Reise zu Konrad Buddrus und Evi Wehner lohnt den Weg. Die Weine von Konni & Evi (in Berlin zu kaufen bei Viniculture) sind individuell, durch und durch Natur, mit großem […]

Südlich von Stuttgart

Vieles auf der Schwäbischen Alb wird der Einfachheit halber mit “südlich von Stuttgart” angegeben. Ich weiß das, ich komme von da. Südlich von Stuttgart also befindet sich das weltweit erste Fine-Dining-Restaurant, das ausschließlich mit Demeter- und Bioland-Produkten arbeitet und zudem die Ökobilanz jedes einzelnen Gerichts auflistet. Klingt anstrengend, ist es in Wahrheit aber nicht, man […]

Von wegen Tellertaxi

Es soll Menschen geben, die den Kellnerberuf für ein Mittel zur Studiumsfinanzierung halten. In dieser Logik tragen Kellnerinnen idealerweise einen tiefen Ausschnitt, dann gibt’s mehr Trinkgeld. Was für ein Unsinn! Gastgeberin, wie sich die Selbstbewussten gerne nennen, ist ein irre fordernder, irre erfüllender Job. Für die Welt am Sonntag habe ich nachgefragt bei drei wunderbaren […]

Burn, Baby, burn

Meine kleine Corona-Obsession: Den Burnt Basque Cheesecake gibt es zwar schon länger, aber erst dieses Frühjahr hat er seinen Weg nach Berlin gefunden. Mrs. Robinson’s hatte ihn, später auch das Nobelhart & Schmutzig. Ich habe selbst Hand angelegt, und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Für die Naschkatzen bei der Welt am Sonntag habe ich […]

Wir werden wieder essen gehen – wie eine Gastrowelt nach Corona aussehen könnte

Maskentragender Service? Von nur zwei Personen besetzte Sechsertische? Dinner im Glashaus? Zusammen mit meinem Kollegen Heiko Zwirner habe ich mir für die Welt am Sonntag Gedanken gemacht, wie die Post-Corona-Zeit schmecken wird. Hoffen wir, dass Björn Swanson vom Golvet nicht recht behält, der über die Idee der Home-Cooking-Pakete harsch urteilt: “Das ist wie Küssen ohne […]

Kochen mit offenem Geist und offenem Herzen

So beschreibt Jeong Kwan ihre Philosophie. Für die Welt am Sonntag habe ich die koreanische Nonne in Berlin getroffen, und einen Abend zuvor an ihrem Dinner im Kochu Karu teilgenommen. Stichwort buddhistische Gelassenheit: Sie war zwar unpünktlich, aber sonst sehr höflich und lebensfroh.

Ghetto? Nein, der beste Parmesan der Stadt

Es hat ein wenig gedauert, bis ich von Brooklyn in die Bronx gelangt bin. Blöderweise habe ich die entsprechende Haltestelle des Regionalzugs verpasst und konnte erst wieder in Connecticut aussteigen, obwohl meiner Offline-Karte zufolge die Welt dort doch zu Ende ist. Zum Glück war sie das nicht, zum Glück hat Cristina Lombardi auf mich gewartet […]

René Redzepi ist nicht da

Bei meinem Besuch im Noma war dessen Chefkoch gerade beim Sabbatical in Japan. Es sei ihm gegönnt. Stattdessen habe ich mich mit David Zilber über fermentierte Entenfedern unterhalten und Chicken Wing Garum probiert, habe mit Nicolai Nørregaard vom Kadeau über seine vegetarische Hippiemutter gesprochen und warum er sich selbst als happy head chef bezeichnet, und […]

Raus aus dem Bratwurstschatten

… sagt Uwe Spitzmüller von High Foodality über seine Wahlheimat Nürnberg. Dort war ich einige Tage lang, habe im Sosein über wagenradgroße Brotzeiten gestaunt und die furchtbar schlecht designten, aber inhaltlich köstlichen Flaschen von Au Bon Climat, über Andree Köthes gewagten Satz “unsere Gerichte zielen nicht auf die lustvolle Befriedigung des Gastes” und das anschließendes […]

Wir sind im Garten

Insgeheim sehnen sich viele Stadtbewohner nach dem Land, mich inbegriffen. Seit ich Lola Randls “Der große Garten” gelesen habe, will ich eigentlich sofort nach Gerswalde ziehen. Stattdessen bin ich mit Florian Reimann für die Welt in ein anderes kleines Dorf in Mecklenburg-Vorpommern gefahren, um Susann Probst und Yannic Schon vom vegetarischen Foodblog Krautkopf zu besuchen.

Unmobil in L.A.

Vier Millionen Einwohner, acht Millionen Autos: Los Angeles gilt als Autohauptstadt schlechthin. Für die Welt am Sonntag habe ich ausprobiert, wie weit ich ohne komme. Spoiler: Manchmal nicht weiter als ein paar Straßenecken.

Athens is the new Berlin?

Das jedenfalls behauptete eine Fassade im Krawallviertel Exarchia. Viel spannender war jedoch das Hundelabyrinth, die Baklavaberge, das absolut nicht-instagram-taugliche Tavernenessen. In welche dunklen Ecken der griechischen Hauptstadt ich mich vorgewagt habe, steht in der Welt am Sonntag.

Es bleibt in der Familie

Zum Glück! Nach Stationen bei Jonnie Boer, Joachim Wissler und der Berliner Cordobar ist Lukas Mraz zurück nach Hause gekehrt. Jetzt kocht er im Mraz & Sohn gemeinsam mit seinem Vater Markus, während sein älterer Bruder Manuel den Käsewagen schiebt und Jazzplatten auflegt. Für mich ist das eines der spannendsten gastronomischen Konzepte der Gegenwart. Vom […]

Hier also bin ich

Später Winter in Sonoma County: spanische Makrele mit Rettich und Rhabarber, Wasabi-marinierte Austern aus Half Moon Bay, Schnapper aus Japan mit eingelegten Salzpflaumen, kalifornischer Taschenkrebs mit Seegrasgelee und Karotten mit grünem-Knoblauch-Tofu. Der japanische Begriff für diese Einstimmung auf ein stundenlanges Menü heißt sakizu keund bedeutet: Hier also bist du. Für die Welt am Sonntag habe ich […]

Saigon Kiss

Eigentlich wollte ich mich nicht noch mal tätowieren lassen. Dann kam der Vietnamurlaub und unsere tolle Idee, diesen wenigstens teilweise mit dem Motorroller zu bestreiten. Das hab ich jetzt davon: Eine Brandnarbe an der linken Wade. Die Einheimischen sprechen von Saigon Kiss. Wie es dazu kam, habe ich für die Welt am Sonntag aufgeschrieben.